Editorial

Die siebte Ausgabe von „Thewis“, der Online-Zeitschrift der Gesellschaft für Theaterwissenschaft (GTW), folgt dem Prinzip der vorangegangenen Ausgaben darin, dass neuerlich Raum geschaffen wird für den Auftritt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der frühen Berufsphase. Erneut gibt es einen Themenschwerpunkt, für den dieses Mal Studierende und eine Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ruhr-Universität Bochum verantwortlich zeichnen, daneben gibt es wie schon in der vergangenen Ausgabe die Sektionen Miszelle(n) und Rezensionen. Doch im Lauf der vergangenen Jahre seit der Gründung der Online-Zeitschrift im Jahr 2004 hat sich der Charakter der Publikationen in der Theaterwissenschaft und allgemeiner in den Wissenschaften fundamental verändert und dadurch auch die Funktion und der spezifische Sinn dieser Zeitschrift: Digitale Veröffentlichungen aller Art ersetzen heute vielerorts die Publikationen auf Papier. Die meisten wissenschaftlichen Bücher sind zumindest auch als e-book erhältlich. Dadurch hat sich aber auch die Funktion und die Wahrnehmung von Thewis gewandelt. War die Zeitschrift in der Anfangsphase eine Art von Spielwiese in einer Nische, so macht heute die Tatsache, dass es die einzige ausschließlich online erscheinende Publikation ist, welche die Gesellschaft für Theaterwissenschaft selbst herausgibt, ihre Besonderheit aus: Wer hier publiziert, auf den richten sich die Blicke der Fachöffentlichkeit in besonderer Weise. Umgekehrt zeigt die GTW durch dieses Forum, dass sie die Förderung jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr ernst nimmt, denen hier – zum Teil erstmals – die Gelegenheit gegeben wird, über den Kreis ihrer Institution hinaus eigene Studien- und Forschungsergebnisse zu publizieren.

Der Schwerpunkt-Teil der vorliegenden Ausgabe der Zeitschrift widmet sich dem Theater des J.M.R. Lenz und ist aus zwei parallel im Sommer 2016 am Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum und am Institut für Germanistik der Universität Hamburg abgehaltenen Seminaren mit einem anschließenden Symposium hervorgegangen. Studierende der Bochumer Theaterwissenschaft haben dafür Texte beigetragen und waren gemeinsam mit Judith Schäfer auch für das Lektorat und die Redaktion der Beiträge verantwortlich: Es sind dies Philipp Blömeke, Viviane Hoof, Sina Langner und Lisa Schneider. Das Symposium Lenz-Herbst sowie die Arbeit an dieser Publikation wurden gefördert durch das Programm Forschendes Lernen der Ruhr-Universität Bochum, das Institut für Theaterwissenschaft der RUB sowie durch das Theater an der Ruhr.

Die Miszelle von Rebecca Ajnwojner greift ein in den vergangenen Jahren zunehmend brisanter gewordenes Thema auf, die Frage, wie Theater die Repräsentation von Minderheiten ermöglichen können, ohne dabei in die Falle der Essentialisierung minoritärer Gruppen zu tappen. Der Beitrag wurde zunächst im Rahmen eines Doktorandenforums vorgetragen, das im November 2018 in Tanger, Marokko, mit Promovierenden aus Frankfurt und Tetouan abgehalten worden ist. Die Rezensionen von Inga Bendukat und Ramona Mosse stellen zwei neue theaterwissenschaftliche Arbeiten von Günther Heeg und Evelyn Annuß vor.

Mit dieser Ausgabe wechselt die Herausgeberschaft von Thewis von Frankfurt nach Bochum. Die kommende Ausgabe wird gemeinsam von Jörn Etzold (Ruhr-Universität Bochum) und Martin Jörg Schäfer (Universität Hamburg) herausgegeben werden. Allen, die durch Beiträge oder technische Unterstützung am Zustandekommen dieser Ausgabe beteiligt waren, sei an diesem Ort sehr herzlich gedankt.

Frankfurt und Bochum, 26. Februar 2019
Nikolaus Müller-Schöll, Jörn Etzold

Impressum
HerausgeberInnen und Redaktion Thewis (2018):

Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll (Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Jörn Etzold (Bochum)

HerausgeberInnen und Redaktion des Themenschwerpunktes „Gesammeltes zu J.M.R. Lenz“:
Philipp Blömeke, M.A. (Bochum)
Viviane Hoof, B.A. (Bochum)
Sina Langner, M.A. (Bochum)
Dr. Judith Schäfer (Bochum)
Lisa Schneider, B.A. (Bochum)

Verantwortlich i.S.d.P. für die aktuelle Ausgabe:
Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll
Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Professur für Theaterwissenschaft
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60322 Frankfurt am Main

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