Vorwort | Automobilität. Ein abreißender Anfang zum Thewis-Schwerpunkt Kafka und Theater

„Würde ich einmal ein größeres Ganzes schreiben können wohlgebildet vom Anfang bis zum Ende, dann könnte sich auch die Geschichte niemals endgültig von mir loslösen und ich dürfte ruhig und mit offenen Augen als Blutsverwandter einer gesunden Geschichte ihrer Vorlesung zuhören, so aber läuft jedes Stückchen der Geschichte heimatlos herum und treibt mich in die entgegengesetzte Richtung. – Dabei kann ich noch froh sein, wenn diese Erklärung richtig ist.“

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Schwerpunkt | Vor und hinter den Kulissen in Kafkas Theaterräumen. Ein Spaziergang

Zittern – verabscheuen – schmachten – begehren: Wörter aus Kafkas hebräischem Notizbuch, die das Blut in Wallung bringen und am oberen Ende der emotionalen Skala zu verorten sind. Es ist ein Notizbuch einzelner Worte, als solches eher ein Vokabelheft, das Kafka für sein Hebräisch-Studium nutzte und das lange unbeachtet in der Jerusalemer Nationalbibliothek lag.

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Schwerpunkt | Blind arbeiten. Kafkas Notiz zu einem Stück von Oskar Baum

In seinem Tagebuch erzählt Kafka von einem Abend mit Freundinnen und Freunden, an dem sie sich gegenseitig eigene Texte vorlesen. Anwesend sind neben Franz Kafka Max Brod, Oskar Baum, ein „Fräul. T.“, vermutlich Felix Weltsch und vielleicht weitere Personen aus dem so genannten Prager Kreis:

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Schwerpunkt | Die Täuschung der Parabel: Das Schweigen der Sirenen am Abgrund der Erzählungen

Die etwas mehr als eine Seite umfassende Erzählung Das Schweigen der Sirenen aus Kafkas Nachlass beginnt unmittelbar mit dem ersten Wort „Beweis“. Ein Erzähler oder eine Erzählerin (scheinbar auktorial, weder genannt noch charakterisiert noch durch irgendein grammatikalisches Zeichen angezeigt), kündigt … Weiterlesen

Schwerpunkt | Die unmöglich-mögliche Logik der Vertretung. Zum Theater in Der Proceß

I. Einleitung Kafkas Romanfragment Der Proceß[1] beginnt mit einem überaus rätselhaften Satz. „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ (9) Wenn es denn nichts Böses war, was hatte … Weiterlesen

Schwerpunkt | Asphalt übers Moor – Odradeks Sumpflogik oder das Ausbrechen aus der Totschlägerreihe

„Die Kafkasche Logik als Sumpflogik. Auf weite Strecken hin er[s]trecken sich die Darlegungen seiner Figuren wie ein Asphalt übers Moor.“

Was Walter Benjamin hier in einer kleinen Anmerkung zu seinem Essay über Kafka in erstaunlicher Bildlichkeit beschreibt, taucht in seinen weiteren Aufzeichnungen in verschiedensten Varianten immer wieder auf.

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Schwerpunkt | Die zivilisatorische Choreographie. Einige Überlegungen zur Rolle des Körpers in Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie.“

Ein Bericht für eine Akademie, Kafkas erstmalig 1917 veröffentlichte Schrift, wurde in den letzten Jahren häufig auf die Bühne gebracht. Obwohl von Kafka selbst nicht als Text für das Theater eingestuft, lässt der Bericht schnell an dieses denken: Er besteht … Weiterlesen

Miszellen | Unoccupied Centers in Moscow Conceptualism. Collective Actions’ Journeys into Nothingness

Conceptualism or self-sufficient philosophizings Formed around Andrei Monastyrsky in 1976, Collective Actions (Kollektivnye deistviya, hereafter referred to as KD) was a Moscow-based group of conceptual artists that organized various actions for more than three decades. KD usually put on its … Weiterlesen

Miszellen | Freud’s Uncanny and the Proscenium Stage. Thoughts on the Ego in Theater

One of the first documentary movies, A Train Arrives at La Ciotat Train Station by the Lumière brothers from the year 1895, is well known for its famous urban legend: the rumor is that, while the movie was being shown at one of its first screenings, the audience ran away, fearing that a real train would appear and destroy the café where the screening was taking place.

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Rezension | Theaterdenken jenseits der Mangelökonomie

Sebastian Kirsch untersucht „Das Reale der Perspektive“

„Das Reale der Perspektive“ ist, wie man zusammenfassend zunächst sagen könnte, eine Studie zur Gegenwart des Barock. Ihr Prinzip lässt Sebastian Kirsch beiläufig erahnen, wenn er mit Bezug auf Walter Benjamins Trauerspielbuch an einer Stelle auf dessen „zur Perfektion entwickeltes Verfahren“ hinweist, „sich der Struktur des dargestellten Gegenstands anzuschmiegen und ihn beschreibend zu wiederholen“ (32).

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